Sauna-Ranking Plätze 11 - 15


Platz 11 - David Lloyd Meridian Hamburg Wandsbek

Als Hamburger natürlich schon einige Schmuckstücke in Hamburg inspiziert und unter die Lupe genommen. Dieses Mal war es aber eigentlich kein geplanter Auftrag sondern eine Self-Care-Angelegenheit, weil ich am Wochenende zum dritten Mal genullt habe und am Folgetag an meinem Urlaubstag einfach mal ein bisschen die Seele baumeln lassen wollte – und wo würde dies besser gehen als im Spa. Also meinen besten Freund Google rausgekramt und viele Vorschläge für „Hamburgs beste Spas“ gefunden. Wie gewohnt waren die Seiten aber nicht sehr aussagekräftig. Zumal ich auf der Suche nach etwas Besonderem war – einem Spa mit Schwimmbecken oder Whirlpool in denen man wortwörtlich nackt rumpimmeln kann. Aber ohne Witz, man findet dazu keinerlei Informationen.

 

Am Ende musste eine Mischung aus Auge und Bauchgefühl entscheiden. Und diese fiel dann auf das Meridian Spa in Wandsbek. Das Meridian Spa an der Alster hatte ich vor Jahren schon besucht und es war (kritisch wie ich bin) in Ordnung. Aber warum der Meridian Kette keine zweite Chance geben?

Also ab nach Wandsbek. Einmal quer durch Hamburg. Auf den Parkplatz, der eher einem Panzer-Übungsplatz ähnelt und dort prominent mein Saunameister-Auto geparkt. Ab zur Rezeption und man merkt schon, dass das Meridian Wandsbek ein gehobenes Etablissement ist. An der Reze gab es dann die Armbänder und die Einweisung in den Weg zum Spa (gar nicht so einfach, weil das Meridian Wandsbek auch ein öffentliches Fitnessstudio und ein Hotel ist) sowie in die FKK-Gepflogenheiten. JACKPOT. Das Spa hat zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene ist komplett FKK angesagt und auf der oberen Ebene muss man zumindest Badehose bzw. das Unterteil vom Bikini tragen.

 

Den Spa Bereich betritt man in den Vorraum mit Spiegeln und Föhnen. Hier ist der klassische Badeanstalt-Flair wiederzufinden. Die Umkleide erinnern auch an ein Freizeitbad, aber irgendwie doch gehobener.

Rein ins Spa. Wände, Boden, Säulen, einfach alles ist mit kleinen Mosaikfliesen versehen. Ein antiker Charme entsteht, der in mir ein Gefühl von einem alten römischen Bad hervorrief. Modern ist etwas anderes, aber charmant altmodisch hat definitiv auch seinen Charme. Fand ich hier auch besser angebracht.

Der Raum zog sich wie ein langer Schlauch. Am Anfang stand noch ein Tresen und an diesem Tresen stand Saunameister Oliver und neben ihm die Aufgusstafel. Aufgüsse finden nur in der 90 Grad Aufguss-Sauna statt. In der Klönsauna nur eine Beduftung. Musik in meinen Augen. Kein Spa in dem fast jede Sauna mit Aufgüssen überstrapaziert wird und es noch normale, einfache Saunen gibt.

 

Zu Beginn befindet sich zuerst das Sanarium mit entspannten 60 Grad und einer hinter den Bänken integrierten automatischen Wasser-Aufgussanlage, damit ausreichend Luftfeuchtigkeit im Sanarium herrscht. Darüber hinaus befindet sich an der einen Wand ein großes Bild von der Heide und im hinteren Bereich ganz dezent eine Farblichttherapie, die auch nur langsam zwischen den Farben wechselte. Hier fühlte ich mich wohl. Perfekt für den Einstieg.

 

Also weitergucken. Und tatsächlich befinden sich im unteren Bereich 2 Whirlpools (ein Großer und ein Kleiner) und ein Relaxpool, in denen man Gott sei Dank einfach nackt liegen durfte. In allen 3 Becken hat die Temperatur einfach gestimmt. Sodass ich mich erst einmal 1 Stunde im warmen Gewässer aufhielt. Bei den Whirlpools wechselt die Sprudelanlage ca. alle 15 Minuten zwischen den beiden Whirlpools hin und her, damit alle mal bedient werden. Zusätzlich gibt es noch ein Kältetauchbecken, neben dem direkt noch ein Warmbecken war – damit eine gesunde Wechselwirkung erzielt werden kann.

 

Hintern der FKK-Poollandschaft befanden sich dann noch die 90 Grad Aufguss-Sauna, die 65 Grad Eukalyptus-Sauna und das Dampfbad. Die Aufguss-Sauna ist ausreichend groß, gut in Schuss und hat zentral in der Mitte mit Umlauf den Ofen stehen, damit die Saunameister bzw. Saunameister Oliver die Aufgüsse in alter Manier ausführen können. Die Eukalyptussaune ist relativ klein, dafür aber fein und duftet nicht zu sehr nach Eukalyptus – leider übertreiben es die Betreiber gerne mit dem Eukalyptus – hier war aber alles in bester Ordnung. Das Dampfbad ist ganz klassisch ohne besondere Merkmale.

 

Im Anschluss an das Entspannungs-Trio befindet sich der Duschbereich mit einerseits klassischen Duschen und andererseits den üblichen kalten Erlebnisduschen vom Eimer bis zum Schlauch. Daneben liegend befanden sich die Fußeimer zum Einstieg in den Spa Tag. 

Und der Schlauch nahm kein Ende. Denn zum Abschluss der unteren Ebene gab es noch eine kleine Außenterrasse mit Bast-Möbeln und Liegen sowie einem „herrlichen“ Blick auf den Panzer-Übungsplatz-Parkplatz, einem Alsterkanal und etwas Grün.

 

Drinnen war das Pendant hierzu: der Ruheraum der unteren Ebene. Ein größerer Raum mit Liegen, einem Kamin und ordentlich Grünzeug. Spoiler: Später konnte ich hier noch knappe 2 Stunden andere Gäste zuschnarchen. Ein Wunder, dass ich selbst noch aufgewacht bin und dass mich niemand anderes geweckt hat.

So langsam kommt die Neugier zur oberen Ebene. Auf der oberen Ebene befindet sich das Spa Restaurant in stattlicher Größe und mit humanen Preisen. Auf dem „Dach“ des Restaurants ist noch ein zusätzlicher Ruhebereich mit ausreichend Liegen. Allerdings empfand ich es auf der oberen Ebene für einen Ruhebereich zu laut (weswegen ich dann mein Nickerchen ja unten abhielt.

 

Das visuelle Highlight und Aushängeschild der Website ist das besonders angelegte Schwimmbecken mit großer Glaskuppel als Außenfassade und einem integrierten Übergang in ein kleines, äußeres Becken. Der Drang nach einem Flachkörper war groß, aber das Becken mit Brusthöhe zu tief und der Moment nicht der Richtige. Also ganz normal schwimmen gehen. Vielleicht diesmal nicht wieder eine ganze Stunde wie auf der unteren Ebene. Pustekuchen! Das Wasser empfand ich als dermaßen kalt, dass ich keine 2 Minuten im Schwimmbecken war. Aufgrund der Form finde ich das Becken zum richtigen Schwimmen nicht ganz geeignet, aber für alles andere zu kalt. Schade.

Halb erfroren kam es genau richtig gelegen, dass es im Außenbereich auf der Dachterrasse noch eine weitere Sauna gab. Also schnell hin da. Im Saunahäuschen war die Überraschung dann auch groß, weil es sich tatsächlich um 2 statt nur 1 Sauna handelte: die Kräutersauna (85 Grad) und die Klönsauna (97 Grad). Beide Saunen sind jeweils in L-Formation, weil die Haupt-Außenfassade vollverglast war mit einem netten Blick auf Wandsbek und viele Bäume. Solch Panorama-Saunen finde ich immer charmant. Die Kräutersauna gefiel mir am Ende besser, weil ich diese vom Ofen und der Wandverkleidung so schön rustikal fand und der Genuss wegen der „nur“ 85 Grad länger andauerte.

Alles in allem tatsächlich eine sehr gute Alternative für ein halbwegs preiswertes Spa (im Sinne von Preis-Leistung). Das absolute Highlight blieben die FKK-Pools auf der unteren Ebene. Sofern ich keine Alternative in Hamburg finde, werde ich hier noch des Öfteren einkehren.

 

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Hier geht es zur Website: https://www.meridianspa.de/de-de/clubs/hamburg-wandsbek/


Platz 12 - Kaifu Bad (Hamburg)

Corinna. …ähhh Corona hin oder her. Ich wäre doch ein Jeck, wenn ich vor dem neuen Lockdown nicht noch einmal die Gunst der Stunde nutzen würde, um am vorletzten Tag in Freiheit noch einmal in die Therme zu gehen.

 

Ein paar Wochen zuvor war meine wundervolle Freundin im Kaifu Bad (Achtung: Das Bäderland Hamburg hat mich schon getadelt! Das Kaifu Bad hat nichts mit der Kaifu Lodge zu tun – OBWOHL man teilweise als Kaifu Lodge Mitglied auch Spa und Schwimmbad mitnutzen darf. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht so kleinteilig werden wie das Bäderland :D).

 

Angekommen (nach aufwendiger Parkplatzsuche), sieht das Kaifu Bad von außen doch sehr.. rustikal, aber auch edel aus. Der Eindruck war auf jeden Fall positiv. Mit Masken bestückt haben wir am Empfang unsere Chips erhalten (ich hatte dauerhaft die Befürchtung meinen Chip zu verlieren und die Halterung am Spint-Schlüssel war auch nicht gerade vertrauenswürdig). Die Umkleide war für meinen Geschmack viel zu klein – grundsätzlich, aber vor allem während Corona – aber auch hier mit Stil eingerichtet. Komischerweise nutzt man allerdings andere Umkleiden, wenn man das „All inclusive“ Paket mit Sole-Bad bucht, als wenn man nur Schwimmbad (und Sauna) bucht. Gefühlt zählt man ohne die Sole-Buchung zum Proletariat, denn dort gibt es nur Gemeinschaftsumkleiden :D Aber das hätte ich als Berufs-Nackedei auch vorgezogen – zumal die Gemeinschaftsumkleide bestimmt größer ist als die „Sole-Umkleide“.

Aber genug geblubbert. Nach der Umkleide sind wir zuerst einmal in…. den Spa-Bereich! Korrekt. Was auch sonst. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich hier schon einmal war als ich in der Kaifu Lodge ein Probetraining gemacht habe :D

 

Ein beige-farbend, gekachelter, großer Raum, der wahrscheinlich herzerwärmend und gemütlich wirken soll, für mich aber einen Ticken zu steril war.

 

Gleich zu Beginn befinden sich die Wärmebänke mit den Fußbecken – grundsätzlich sinnvoll, aber ich nutze meine Zeit lieber für die Saunen selbst (nehmt mich aber bitte nicht als Maßstab für euren nächsten Saunagang!). Highlight wäre es allerdings gewesen, wenn es diese Wärmebänke (welche man schon nicht häufig sieht) auch in Form von Wärme-Liegen gegeben hätte. Gibt für mich kaum etwas Geileres.

 

 

Nach links hinweg befinden sich die Duschen und zwei Dampfbäder. Einmal klassisch und einmal das Eukalyptus-Dampfbad. Das klassische Dampfbad ist super – starke und schnelle Dampfentwicklung. Ein großer, gemütlicher Kachelraum. Aber das Eukalyptus-Dampfbad… puhhh… für mich leider ein absolutes No Go. Ich bin ja weder aus Butter noch aus Zucker, aber hier hat es keine Minute gedauert bis meine Augen von dem viel zu öligen Dampf gebrannt und getränt haben. Nach 3 Minuten war ich wieder draußen und froh saubere Luft zu genießen.

Zur Abwechslung ab in die Sauna. Direkt gegenüber liegt die Farblichtsauna. Mit 60 – 70° eine sehr entspannte Sauna, in der wir dann auch etwas länger als die empfohlenen 15 Minuten lagen, weil es sich einfach nur wie ein ultra heißer Sommertag anfühlte. Dazu befinden sich in der Decke große Lichtstränge, die hin und wieder die Farbgebung ändern und damit die gesamte Sauna fluten. Ich habe direkt unter einer dieser Lampen gelegen und fand sie selbst dann nicht störend. Irgendwie hatte die Lichttherapie doch etwas entspannendes.

 

 

Nach der Sauna kurz Abkühlen. Es gibt einen kleinen Außenbereich, in dem nur Segel gespannt sind, falls es mal regnen sollte. Auch ein höher gestelltes Kältetauchbecken ist vorhanden. Aber mir haben die gemütlichen Holzbänke gereicht, um weiter runterzufahren.

Nach diesem kurzen Sauna-Ausflug hielten wir es für eine gute Idee den Sole-Bereich zu erkunden. Etwas schwimmen und ein kleines Nickerchen, bevor wir noch einmal richtig saunieren und dann nach 5 Stunden „Corona-Frist“ das Bad zwangsweise wieder verlassen müssen.

 

Im Sole Bereich angekommen, merkt man auch hier wieder, dass der Sole Bereich von der Einrichtung und der Atmosphäre um Welten hochwertiger ist als der normale Schwimmbereich, der im Vergleich glatt „poplig“ wirkt. Und auch der Spa-Bereich wirkt im Vergleich etwas trister.

 

Im Sole Bereich befindet sich ein großes Sole Schwimmbecken mit 6% Salzgehalt und ein angeschlossener Whirlpool. Beides mit 32°C Temperatur. Drumherum befinden sich Stühle und Liegen. Aber diese waren selbst während Corona und begrenzter Gäste-Zahl restlos belegt bzw. typisch deutsch mit Handtüchern blockiert. Ist ja aber auch nicht schlimm, weil wir eh erst einmal schwimmen wollten.

 

Das Wasser finde ich mit 32°C doch einen Ticken zu kalt, vor allem wenn man, wie es sinnvoll ist, in dem Wasser einfach nur reglos treiben will (durch den salzigen Auftrieb problemlos). Ohne Bewegung wurde mir nach 5 – 10 Minuten doch recht kalt. Beim Treiben kann man unter Wasser beruhigenden Klängen lauschen. Als Super-Powernapper bin ich beim Treiben tatsächlich auch etwas weggedöst. Damit ich nicht untergeh und absaufe oder gegen andere Menschen treibe, habe ich mich vom Becken in den Whirlpool begeben und… bin dort für 15 Minuten sofort eingeschlafen.

 

Ich bin tatsächlich aufgewacht, weil ich gezittert habe, da mir das Wasser zu kalt wurde. Hier kommt ein großer Vorteil ins Spiel à im Sole Bereich befindet sich eine Niedrig-Temperatur Sauna mit entspannten 40°C. Ich hatte Schwein und es war Platz vorhanden und ich habe mich mit meinen Badeklamotten auf meinem Handtuch breit gemacht. Nach einer halben Stunde war ich dann auch gut durchtemperiert. Genervt haben leider nur die Badeklamotten beim Saunieren – Grund für diese Vorgabe wird aber wohl sein, dass man bzw. jeder von außen in die Sauna im Sole-Bereich reinschauen kann.

 

Darüber hinaus gibt es auch ein Dampfbad (kein FKK) im Sole-Bereich. Hier war allerdings immer solch eine Schlange vorhanden (trotz Corona-Gastzahlen), dass ich leider keine Möglichkeiten hatte diese zu inspizieren. 

Zum Luft holen bin ich fix auf die zugängliche Dachterrasse, die im Sommer ein riesiger Pluspunkt sein mag, für mich war es aber nur lebensgefährlich, weil ich mich auf dem rutschigen Boden fast gemault hätte.

 

 

Nach der Dachterrasse habe ich mir noch ein entspanntes Nickerchen im Kaminraum gegönnt – herrlich, das kann man wirklich öfter machen, sofern man das Glück hat und einen Platz ergattern kann.

Gestärkt von meinen Mittagsschläfchen auf zum Spa Bereich, denn wir haben ein Bändchen für einen Aufguss ergattern können. Der milde Aufguss fand in der 90° Sauna statt. Wegen Corona sind natürlich bei Aufgüssen auch nur begrenzte Teilnehmer erlaubt (10 inkl. Saunameister und mir). Der Aufguss an sich (Aromareise durch den Wald) war ganz gut. Der Saunameister konnte die drei Aufgüsse gut verteilen und verwedeln, nur kam er leider nicht all zu freundlich und fröhlich rüber.

 

So eine Aufguss Session allein reicht mir ja aber nicht, vor allem nicht zum krönenden Abschluss des Tages bevor wir rausgeschmissen werden. Deswegen noch einmal fix in die leere Finnische Sauna bei 95° und das restliche Stück Anspannung und Alltag rausschwitzen.

Abschließend und zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Kaifu Bad eine sehr feine und vor allem saubere Alternative für das Herz von Hamburg ist – sofern man sich das All Inclusive Sole Paket leisten kann. 

 

Zur Website vom Kaifu-Bad: https://www.baederland.de/baeder/standorte/kaifu-bad/

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Platz 13 - SIDE Design Hotel Hamburg

Nach Hamburgern Hotel Klassikern, wie dem Grand Elysee oder dem Hotel Atlantik, hatte ich mir für dieses Jahr ein neues Ziel auf die Flagge geschrieben: das SIDE Design Hotel am Hamburger Gänsemarkt.

 

Ich war dort schon einmal für einen Tagesworkshop zu Besuch und war schlichtweg angetan vom Inneren des Gebäudes (von außen sieht es eher unscheinbar und wie ein Mini-Hochhaus aus). Also warum nicht dort einfach mal nächtigen und dann entspannt und ausgiebig den hotel-eigenen Spa-Bereich für Euch auskundschaften.

Ab ins Hotelzimmer, ab in meinen Saunameister-Bademantel (psssst… jetzt auch in meinem Online Shop erhältlich), ab in den Fahrstuhl und dann ab ins… Spa… Aber wie komme ich da nur hin? :D Klar, im Fahrstuhl ist ein Knopf für den Spa Bereich (der übrigens im 3. (!) Untergeschoss liegt – finde ich sehr imposant), aber irgendwie wollte dieser nicht.

 

Da das Hotel, das Ambiente und die Mitarbeiter so außerordentlich stilvoll auftreten, wollte ich nicht im Bademantel zur Rezeption stiefeln. Also wieder ins Zimmer und normale Sachen anziehen. Unten an der Rezeption habe ich dann erfahren, dass man sich wegen Corona einen 1-stündigen Zeitslot buchen muss und maximal 3 Haushalte sich im Spa aufhalten dürfen. Zu meinem Glück waren direkt noch 2 Zeitslots frei. Also wieder hoch, wieder umziehen und wieder in den Fahrstuhl. Und siehe da, meine neue Zauberkarte von der Rezeption funktioniert und kutschiert mich in das 3. Untergeschoss.

 

Dort angekommen sieht man direkt, dass es im Design-Hotel natürlich ein Design-Spa geben muss. Vom Eingangsbereich bis zu den Lockern und Umziehkabinen / Privatduschen. Es kam so ein bisschen das Gefühl eines „Beach-House“ auf und man fühlte sich glatt wohl hier. Und während ich wie so ein Bescheuerter leere Privatduschen fotografierte, kam eins meiner Lieblingsgeräusche unmittelbar in mein Ohr gedrungen: plätscherndes Wasser. JACKPOT. Ein Schwimmbecken ist eine echte Aufwertung für ein Hotel-Spa! Supa-dupa-Premium wird es dann noch mit einem Whirlpool.

A la „Herzblatt“ öffnete ich langsam die milchige Zugangstür zum Spa. Trommelwirbel in meinem Kopf. Und schon wieder: Jackpot! Und was für einer. Schwimmbecken, Whirlpool, tausende Handtücher, Kuschelecken, Holzliegen und alles in einem sehr stilvollen farbigen Mix. Nennt sich sowas dann „Design-Wellness“? Zu viele Fragen in meinem Kopf. Entspannung musste her. Zu meinem Glück war ich zu dem Zeitpunkt auch noch der einzige Haushalt im Spa und konnte mich richtig austoben und auch nackt herumtanzen.

 

Erst schwimmen oder erst saunieren? Natürlich erst duschen. Der Plan stand. Erst in den heißen Whirlpool, dann in den kalten Swimming Pool und dann in der Sauna aufheizen und abschließend ein Nickerchen – vielleicht sogar im Whirlpool. Ich bin halt ein Genie. Ich stieg sogleich in den Whirlpool und in dem Moment ereilte mich auch schon die größte Enttäuschung des Tages. Der Whirlpool (zwar dauerhaft mit eingeschalteten Massagedüsen) war für einen Whirlpool eiskalt bzw. von der Temperatur her genauso wie der Swimming Pool. Und dann habe ich auch erst gesehen, dass auf der Hauptseite das Überlaufwasser des Whirlpools in den Swimmingpool läuft. Ist diese Verbindung vielleicht der Grund für die Gleichstellung der Temperatur? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es keine 2 Minuten im Whirlpool aushielt…. Für einen Swimming Pool ist die Temperatur akzeptabel, da man sich bewegt. Aber für einen Whirlpool, in dem man stundenlang dahinvegetieren will leider gar nicht.

Ausgekühlt habe ich mich in den Saunabereich begeben und hier gab es dann eine weitere kleine Überraschung, denn neben der klassischen Sauna befand sich ein Dampfbad. Nicht jedes Hotel führt auch ein Dampfbad und die meisten blieben während Corona immer noch geschlossen. Trotzdem erst in die Sauna. Denn der Wechsel von der Sauna ins Dampfbad geht schneller als andersherum.

 

Die Sauna ist solide und relativ groß für ein Hotel-Spa mit bis zu 3 Ebenen. Es gibt kein manuelles oder automatisches Aufguss-System. Schlichtweg sind keine Aufgüsse möglich. Mein klarer Favorit sind selbstgemachte Aufgüsse mit reinem Wasser. Aber am Ende ist kein Aufguss besser, als ein mit Formaldehyd verbandelter Aufguss von klassischen Aufgussmitteln. Entspannung kehrt ein und ich mache es mir gemütlich. Aber nicht einschlafen!

 

Die Sauna hat gut geballert, also schnell raus und eiskalt abbrausen und dann eine Pause, ach was, schnell noch ins Dampfbad. Aus hygienischen Gründen (und vor allem in einem Hotel Spa mit tausenden Handtüchern) sitze ich im Dampfbad ebenfalls auf einem Handtuch. Und dann erwartungsvoll dem Mysterium Dampfbad zuschauen. Wann kommt der Dampf? Wie viel Dampf kommt? Wann fallen die ersten heißen Wassertropfen von der Decke auf mich herunter? Der Dampf kam zügig und in großen Mengen. Gefällt mir. Nach kurzer Zeit stand ich dann auf und machte einen auf wilde Dampfmaschine und war mit allen Körperteilen nur wild am rumrudern, um noch etwas mehr Hitze auf der Haut für mich zu produzieren.

Nun aber Pause. Unter der Dusche kurz abgebraust. Dann wieder 2 Minuten in den kalten Whirlpool, um abzukühlen. Ab auf die Liege und ja nicht einsch..la..f… WEG. Wollte mir eigentlich noch einen Wecker stellen, aber dann war es um mich geschehen. Zu meinem Glück kam nach circa 30 Minuten eine Familie mit kleinen Kindern rein, die wild am rumbölken waren und mich geweckt haben. Danach wurde es natürlich etwas unentspannter im Spa-Bereich, aber dafür kann ja niemand etwas. Und selbstverständlich erklärten die beiden kleinen Kinder den Swimming Pool und den Whirlpool zu ihrem privaten Territorium, sodass man gar nicht mehr vermag sich dort hinzubegeben. Aber man will Kinder ja auch Kinder sein lassen.

 

Es gab zum Abschluss noch jeweils zwei Kombi-Runden aus Sauna und Dampfbad und dann war ich zufrieden und startklar für meine restliche Abendplanung. So kann man gut in den Abend starten.

 

Am nächsten Morgen habe ich von 7 – 8 Uhr auch noch einmal die Frühshoppen-Runde alleine im Spa gedreht, um wieder klar zu kommen und alle Giftstoffe auszuschwitzen. Was für ein Start in den Tag.

 

Kritik gibt es nur bezüglich des kalten Whirlpools, zu kleiner Handtücher (zum Schwimmen gut geeignet, fürs Saunieren oder als Liegen-Unterlage leider nicht geeignet) und eine etwas steril wirkende Sauna-Ecke (hier hätte man den Farbenfrohmut weiter fortführen können).

 

Aber alles in allem hält der Spa-Bereich was das Hotel selbst auch im Grundsatz verspricht: Stil, Eleganz, Frohmut und ein Hauch von Luxus.

 

 

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Hier geht es zur Website: https://www.side-hamburg.de/

 


Platz 14 - Haus Anna Elbe

Im Oktober 2019 habe ich einen unerwarteten Anruf bekommen. Ich hatte scheinbar vollkommen verdrängt, dass ich mich für einen Contest angemeldet hatte. Den „Travel Hero 2020“-Contest vom City Center Bergedorf. Nun ja, auch ich werde nicht jünger und bis zu 4 Stunden am Stück in der Sauna zu stehen malträtiert anscheinend auch den Rest an Gehirnzellen, den ich habe.

 

Aber so durchgeknallt wie ich bin, habe ich natürlich zugesagt. Und so ging es Anfang Dezember nach Bergedorf. Damit der Motor warm läuft gab es auch erst einmal ausreichend Glühwein. Danach musste ich gegen meine Konkurrenten im Bergedorfer Schloss ein Escape Game durchziehen. Im Anschluss gab es einen kleinen Rundgang durch die Bergedorfer Sternwarte. Abgefroren und schon wieder fast nüchtern ging es abschließend in unsere (uns noch unbekannte) Abendlocation: Haus Anna Elbe (welch ein geniales Hamburger Wortspiel).

Das Haus Anna Elbe ist ein uraltes Bauernhaus mit Reetdach (oder sieht zumindest so aus). Die beiden Inhaber Stefan und Tati mussten zu Beginn direkt meine herzliche Menschenfreude aushalten und von mir etwas länger als üblich zur Begrüßung umarmt werden (zu dem Zeitpunkt war ich noch bekleidet). Spoiler: Ich habe selten so unglaubliche Menschen wie diese beiden kennengelernt – am liebsten wäre ich eine ganze Woche bei den beiden geblieben.

 

Zur Revanche und zum warm werden gab es wiederum erst einmal mehrere Glühwein und ein rustikales Abendbrot nach norddeutscher Art. Nach kürzester Zeit waren Stefan und ich gefühlt auch schon wie Brüder. 

Die Stimmung heizte immer weiter auf, aber irgendwie fehlte noch so eine gewisse Hitze-Spitze. Alle Anwesenden kannten meine Geschichte als Saunameister, aber mein Vorteil war: Keiner wusste, dass ich meine Sauna-Sachen dabei hatte. Drum nutzte ich die Situation und zog mich heimlich auf Klo aus und meinen sexy Saunameister-Bademantel an und überraschte alle mit der Aufforderung in eine der hauseigenen Saunen zu gehen. Die (teils durch Alkohol beeinflussten) Herren ließen keinerlei Sekunde auf sich warten, aber die Damen kniffen lieber den Schwanz ein.

Ich durfte vorgehen und die Sauna für meine Show-Einlage vorbereiten. Die Sauna des Abends befand sich in der Ferienwohnung „Strandschloss“. Richtig schnuckelig, wohlig-mollig und schön urig, aber auch mit vielen stilvollen Akzenten. Aber zur Sauna: Im Obergeschoss, etwas versteckt und sehr klein (für ca. 2 – 3 Personen). Aber ist das ein Problem für mich? I WO! So kann ich leichter auf Tuchfühlung gehen (so „aus Versehen“). Also habe ich meinen Sauna-Eimer vorbereitet, die Sauna ausreichend aufheizen lassen und schonmal den Skin Gin und die Kurzenbecher vorbereitet.


Dann kamen auch schon die Jungs und das Schicksal oder Elend (ist Geschmackssache) nahm seinen Lauf. Die Jungs haben die gute Viertelstunde durchgehalten, allerdings war ich mir unsicher, ob sie wegen der starken Hitze oder meiner Taten und Geschichten knallrot wurden. Aber wir haben definitiv zusammen gelacht und geweint vor Freude. Die Sauna war einfach perfekt für mich und diese kleine Runde.

 

 

Zum Abschluss gab es noch eine Gruppendusche im voll-verholzten Bad und anschließend frische Wald- und Elbluft vor der Tür (als Großstädtler immer wieder geil – vor allem wenn auch die Elbe direkt vor dem Haus Anna Elbe liegt). Also auch wenn es keinen Pool oder Kältebecken zum Abkühlen gibt, sich einfach mal in der Natur nackt zu bewegen oder in kaltes Gras zu legen, ist einfach mal eine andere, aber sehr erlebenswerte Erfahrung und stellt seine bisherigen Ansichten etwas auf den Kopf.

Die Sauna ist klein, aber effizient und wird unregelmäßig genutzt (anders als in Thermen oder Spas). Daher ist sie wundervoll aromenfrei und unbelastet – gar jungfräulich. Und für die Aufgüsse sorgt jeder selbst - mein Favorit. Und ich muss einfach sagen, die Sauna und das Standschloss waren einfach wie geleckt!

 

 

Chapeau, vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

 

Hier geht es zum Haus Anna Elbe: https://www.haus-anna-elbe.de/

 

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Platz 15 - Spa Beerland (Prag)

Deutschland, Spanien, Schweiz – Multikulti. Und so viel wie ich verreise, warum nicht einfach in den Auslandsurlauben paar Spas mitnehmen. Urlaub und Wellness passen ja auch wie Arsch auf Eimer. Und meine nächste Reise ging nach Prag. In das Land des Bieres. Und dem Land des Bier-Wellness! What? Ja, genau, Bier und Wellness passen auch wie Arsch auf Eimer. Und zum Glück bin ich 5 Tage vor der Reise per Zufall darauf gekommen, dass es in Prag ja diese ominösen Bier-Spas geben soll. Und noch mehr Schwein gehabt, denn trotz der kurzfristigen Ideenbombe und Eingebung haben wir tatsächlich noch eine Stunde in einem Bier Spa zentral in Prag und nah an unserer Unterkunft buchen können. Der Preis war zwar absolut außerirdisch und übertrieben, aber ich bin ein Spacko und was macht ein Spacko nicht alles für so ein ko(s)misches Erlebnis.

Ab nach Prag. Am Tag der Tage zur Vorbereitung auf den Trip schonmal ein Bier zum Frühstück gezischt, um im Mood zu sein. Kurzer Fußweg zum Bier Spa. Bis auf ein paar Meter Entfernung unscheinbar und eigentlich gar nicht ersichtlich. Aber beim Betreten kommt einem schon so ein ungewöhnliches Gefühl von übertriebenem, fast schon unnötigen Luxus entgegengeschwallt.

 

Wir durften in den Keller bzw. das Untergeschoss und dort dann ebenfalls durch eine der vielen eher unscheinbaren Türen. Hinter der Tür befanden wir uns im Locker Room, einem kleinen Umkleideraum mit mehreren Spinten. Das von uns gebuchte Bier Spa ist für bis zu 6 Personen ausgelegt, aber sowas kann man sich auch mal zu zweit gönnen. Gegenüberliegend befand sich das Badezimmer mit entspannter Regendusche.

 

Auf dem Weg zu den Bierbottichen sind wir linksseitig an der Hopfen-Sauna vorbeigegangen und rechtsseitig an der „Duschwelt“ (bestehend aus Dusche und Sauna-Eimer). Dahinterliegend kam dann das Herzstück des Ganzen: die Bierbäder.

Kleine Badezuber oder eher kleine hölzerne Badefässer. Die Zuber waren auch schon mit „Wasser“ gefüllt. Die nette Mitarbeiterin erzählte uns, dass unser Badewasser zu 60% aus Bier und zu 40% aus Wasser besteht (vielleicht aus nachhaltigen Gründen?). Zusätzlich hat sie vor unseren Augen in einem kleinen Eimer einen Sud aus Bier, frischer Hefe und Weizen angerührt und ebenfalls ins Wasser gegeben, um den heilenden Effekt von Bier durch seine Grundzutaten noch einmal zu verstärken.

 

Und dann kam auch schon das wichtigste Instrument ins Rennen: die Eieruhr. Mit den ganzen Erklärungen und Einweisungen hatte wir nur noch 55 Minuten übrig, von denen wir den Rest natürlich auch noch zum Duschen und Anziehen einplanen mussten. Also stand der Plan. 30 Minuten baden, 15 Minuten saunieren, 10 Minuten fertig machen. Und währenddessen? Bier trinken im Akkord. Denn direkt neben unserem Badezuber befand sich in wortwörtlich greifbarer Nähe unser privater, eigner Zapfhahn mit eisgekühltem Bier und der Freigabe, so viel trinken zu dürfen, wie wir können. Und ich muss vorab sagen: So ein Angebot sollte man mir niemals machen. Ganz großer Fehler.

 

Also schnell die Klamotten ausgeschält, nebenbei den ersten halben Humpen gekippt und dann in Unterwäsche in den Bottich gesprungen. In der Kurzfassung: 30 Minuten in einem 40 Grad heißen Bier-Wasser-Gemisch liegen und sich dabei ohne Pause ca. 3 Liter Bier reinprügeln ist je nach Ansichtsweise entweder eine richtig gute oder eine verdammt schlechte Idee gewesen.

Und nach so viele Bier, und Badezuber-Action – warum nicht noch für 15 Minuten mit einem eiskalten gezapften Bier in die Hopfensauna setzen? Im Prinzip war das wie ein Bootcamp für meine Festival-Sauna-Shows.

 

Und tatsächlich in der Hopfensauna riecht es auch nach Hopfen. Oder war das nur mein eigener Dunst? Jedenfalls für mich ein sehr angenehmer und auch hier entspannender Geruch. Eigene Aufgüsse bzw. überhaupt Aufgüsse waren nicht drin. So eine trockene Sauna kann aber auch mal ganz angenehm sein, vor allem wenn man das Flüssige auf anderem Wege zuführt. Die Sauna hat knackige 90 Grad. Das Holz ist in einer guten Verfassung und der Eingang vollverglast. In dem Kontext hätte man vielleicht die Positionierung der Sauna anders wählen können, weil man so nur auf den gegenüberliegenden Sanitärbereich geschaut hat, aber das mag auch Geschmacksache sein. Vielleicht finden die es toll beim Saunieren anderen Mitwirkenden beim Duschen zuzusehen und andersrum.

 

Nach etwas mehr als 10 Minuten und einem leeren Glas verließ ich die Sauna auch schon wieder. Die Zeit rannte ja auch wie nichts Gutes. Gegenüber von den Badezubern befand sich noch ein Heubett. Aus hygienischen und Anit-Kratz-Gründen fletzte ich mich dort noch mit einem Handtuch als Unterlage und meinem letzten Bier auf das Heu und ließ voller Entspannung die letzten Minuten verstreichen.

Zusammenfassend sollte jeder mal in einem Bier Spa gewesen sein, sofern man sich so einen dekadenten Quatsch leisten kann und will. Vielleicht sind bei dem einen oder anderen auch mehr als nur 1 Stunde drin, dann ähnelt der Ausflug wahrscheinlich auch mehr einem Wellness-Trip als einer Druckbetankung. An der Sauna lässt sich grundsätzlich nichts aussetzen. Einfach, schlicht, sauber, funktioniert – riecht nach Hopfen! Gerne besuche ich in den kommenden Jahren noch einmal ein Bier Spa.

 

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Hier geht es zur Website: https://www.beerspa-prague.cz/de