Sauna-Ranking Plätze 21 - 25



Platz 21 - CM City Class Hotel Savoy (Haan)

Wenn man sich schonmal  bzw. schon wieder in der Düsseldorfer Ecke rumtreibt, dann jawohl bitte auch in einem Hotel mit einem Spa Bereich. Da kam mir das Best Western Plus Hotel Stadtquartier Haan (langer Name) gerade passend.

 

Aufgrund von Geschäftsterminen konnte ich erst abends einchecken. Die Parkplatzsuche war alles andere als einfach, aber ein Saunameister Sven kriegt jawohl alles hin. Ab zur Reze. „Oh, guten Tag. Hmm.. wir sehen gerade, sie könnten ein Upgrade bekommen. Interesse?“. INTERESSE? Ich war kurz davor über den Tresen zu springen und die Dame vor Freude abzuknutschen, aber ich glaube das wäre zu viel des Guten gewesen. Wie gut, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass es ein Doppel-Upgrade in die Junior Suite war. Irgendwann muss ja immer mal das erste Mal sein. Halleluja.

 

Und die Junior Suite hatte es auch in sich. Schön groß und noch viel besser: mit einer Infrarotkabine im Zimmer. Naja, eine Sauna wäre besser gewesen, aber wir wollen die Kirche besser im Dorf lassen. Also nackig machen und zur Ankunft erst einmal eine Runde in die Infrarotkabine und ein bisschen entspannen. So eine Infrarotkabine hat ja immer ein bisschen was von einem lauwarmen Sanarium mit Entspannungseffekt. Normalerweise nutze ich diese eher nicht, aber wenn man schonmal eine Infrarotkabine im Zimmer hat, dann schau selbst ich dem geschenkten Gaul nicht ins Maul. Und nach so einem Tag den man nur im Auto oder im Meeting gesessen hat, kann so ein bisschen Gesundsheitskram nicht schaden.

Die Entspannung saß, aber ich wollte mehr. Ich hatte Blut geleckt und mir sofort meinen verzottelten, weichen, heiß geliebten, alten Saunameister Bademantel übergeschmissen und mich über den verglasten Fahrstuhl (damit Haan mich in meiner Zunftkleidung begutachten kann) ins Keller-Spa aufgemacht. Ein kleiner, Flur im Badeanstalt-Stil mit einer beklebten Karibik-Tür. Spannung steigt. Hinter der Karibik-Tür folgte noch eine weitere Tür mit schlichtem Bullauge, durch welches ich einen ersten Blick in das blaue Paradies erhaschen konnte. Blau ist nicht unbedingt jedermanns Sache, aber zum Glück eine meiner favorisierten Farben. Wahrscheinlich wollte man damit den Deko-Stil des Spas und das Urlaubsfeeling noch weiter unterstreichen, vielleicht sogar einen farbtherapeutischen Zweck verfolgen. Es gibt jedenfalls schlimmere Farben und schlimmere Ausleuchtungen als diese.

Im Spa drin schießt einem sofort das Schwimmbecken ins Gesicht. Für ein Hotelspa handelt es sich tatsächlich um ein etwas größeres Modell. Gute Auswahl. Da ich absolut alleine war und auch nicht absehbar war, dass noch weitere Gäste reinstolpern, war ich auch so frei, entblößt zu baden. Eine Wohltat für den Körper. Für meinen Geschmack war allerdings das Wasser einen Ticken zu kalt. Aber das ist wieder Geschmackssache bzw. von der geplanten Aktivität abhängig. Wer hier 2 Stunden lang einen Marathon schwimmen will, wäre besser aufgehoben als ich, der etwas planschen und entspannen will.

 

Um das Schwimmbecken herum wurde eine griechische Landschaft mit dem Mittelmeer und den berühmten weiß-blauen griechischen Häusern gemalt. Daher wohl auch die Farbauswahl der Beleuchtung, um das gesamte Spa in ein blau zu hüllen. 

Die Liegen und die kleine Sofa-Ecke entsprechen dem Standard und sind nichts besonderes. Im hinteren Bereich des Spas befindet sich noch eine Infrarotkabine – für alle Gäste ohne Upgrade oder ausreichen Budget. So kann wenigstens jeder in den Genuss einer Infrarotkabine kommen.

 

Bevor man zu der, in der Ecke versteckten, Sauna kommt, schreitet man noch an dem zugehörigen Duschbereich vorbei. Spas überlegen sich immer wieder neue Highlights für den Duschbereich (nur mit einem hängenden Wassereimer kommt man heute nicht mehr weit). Hier finden wir quasi eine Waschstraße für nackte Menschen. Eine Allround Dusche. Stell dich rein und du wirst von allen Seiten (außer von hinten oder unten) mit Wasser abgespült und musst dich nur noch drehen. Witzig. Je nach Körpermasse funktioniert dies auch besser oder schlechter, aber Spaß hat es allemal gemacht.

Aber genug mit Unfug. Das Herz des Spas. Die Sauna. Betretend fällt einem direkt die rustikale Rückwand ins Auge. Ich persönlich finde es schön, erfrischend und auch authentischer, wenn in einer solchen Sauna „richtiges“ bzw. „wildes“ Holz verbaut wird. Ist definitiv ein Hingucker. Leider wurde hier das wilde Holz nur an einer der Rückwände verbaut. Dafür zusätzlich untermalt mit kräftigen Light Sopts, die sich wiederum auch über eine zweite Wand (ebenfalls oberhalb / hinter den Saunabänken) erstreckt.

 

In die Sauna passen gute 10 Personen. Mit 85 Grad der typische Standard und gut auszuhalten für die Mehrheit der Saunagänger. Die Sauna ist grundsätzlich gut in Schuss gehalten. Der Ofen ist zwar kein Augenschmaus (Chrom passt nach meinem Geschmack visuell nicht so gut in eine Sauna), aber es hat meine Augen erfreut, dass hier mittels einer Sturzsicherung auf die Gesundheit der Gäste geachtet wird. Der Boden war nicht aus Holz, weswegen man aufgrund der Wärmeleitung und -speicherung beim Verlassen der Sauna etwas Gas geben musste. Aufgüsse waren aus eigener Hand möglich. Ein Eimer mit Kelle war vorhanden.

Alles in allem ist dieses blaue Schmuckstück gut gelungen und würde mich überzeugen das Hotel ein zweites Mal zu b(es)uchen, wenn es mich in den Düsseldorfer Speckgürtel verschlägt. Upgrade natürlich gerne wieder inklusive.

 

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Hier geht es zur Website: https://www.bestwestern.de/hotels/Haan/Best-Western-Plus-Hotel-Stadtquartier-Haan

 


Platz 22 - Langeoog Therme (Ostfriesland)

Vorbereitend zum Pangea Festival dachte ich mir, dass ich mit unseren Freunden, Namensgebern und Namensvettern Sven und Svenja in einen Entschleunigungs-Urlaub fahre. Und was wäre da passender, wenn nicht eine der autofreien ostfriesischen Inseln. Die Wahl fiel am Ende auf das Eiland Langeoog. Warum? Es gibt einen Irish Pub mit Frühshoppen und Grog sowie eine Therme (lt. Internet lautet der vollständige Name: Meerwasser- Freizeit- und Erlebnisbad -Tourismus-Service Langeoog à hier der Einfachheit halber einfach nur Langeoog Therme).

 

Ruhe, keine Autos, Entspannung, Fahrrad-Touren, Windsurfkurse und eine Menge Bier – da ging unser Plan perfekt auf, am letzten vollständigen Tag 6 Stunden Therme einzulegen. Und zum Glück hatten wir 3 Wochen vorher gesehen, dass man sich einen Slot reservieren muss… Corona und so…

 

Wenn man nur in das Erlebnisbad möchte, dann ist der Eintritt indirekt kostenlos, weil dieser über die Kurtaxe (6€ / Tag / Kopf) mit abgegolten wird. Dann darf man aber auf die Sekunde genau nicht länger als 2 Stunden bleiben. Wir wollten ja aber schwerpunktmäßig in den Spa Bereich. 14 € on top pro Kopf. Scheint günstig, ist es am Ende aber irgendwie doch nicht.

 

 

Die Schlange vor der Therme war coronabedingt sehr lang. Liegt aber auch daran, dass die Therme gefühlt nur an 3 Tagen der Woche für je 6 Stunden aufmacht. Wir sind schnell reingeflitzt und haben uns fix umgezogen, aber nichts desto trotz war schon eine riesige Meute an kleinen, bölkenden Kindern drinnen unterwegs: Deswegen haben wir nur 2 Runden auf der kleinen süßen Rutsche genommen und uns auch entschieden nicht auf die Wellen zu warten (angeblich ist dieses eine große Becken auch ein Wellenbecken).

Also haben wir uns kurzerhand auf ins Spa gemacht. Den Weg mussten wir uns aufgrund von Bauarbeiten erklären lassen, haben ihn aber am Ende gefunden und waren beim Eintritt gleich begeistert, denn obwohl das Spa auch schon eine halbe Stunde offen war, waren wir zu viert alleine im Tempel der nackten Haut. Vorher mental via Google heiß gemacht, waren wir auf die „Dünen-Sauna“ gespannt. „Bestimmt direkt in der echten Düne mit Meerblick und so“. Leider nein, die Therme war so weit vom Strand und der echten Düne entfernt, dass im Spa Bereich in einer Art Innenhof eine Düne nachgebaut wurde und dort die kleine Sauna integriert war. Aufgrund von Corona leider auch nur zugänglich für maximal 2 Personen. Im Verlauf des Tages wurde es „voller“ (ca. 10 Personen), was aber schon ausreichend war, um Schlange stehen zu müssen für die Dünen-Sauna. Bei Wind und gefühlten 10 Grad Außentemperatur im Freien kein all zu schönes Unterfangen. Aber am Ende kamen wir endlich rein. Klein, muckelig, urig und leider ein extrem muffiger Geruch, sodass wir nach 5 Minuten enttäuscht die Dünen-Sauna wieder verließen. Wegen der trotzdem vorhandenen 100 Grad in der Sauna entschloss ich mich in das Tauchbecken vor der Dünen-Sauna einzusteigen, aber auch nur, weil vor mir diverse andere Gäste schon drin waren. Denn das Wasser war grün und vermeintlich dreckig. Ich hoffte einfach, dass dies das im Internet versprochene Meerwasser aus der Nordsee war. Eingetaucht im „Meerwasser“ war ich mir dessen gar nicht mehr so bewusst, weil das Wasser und ich danach auch irgendwie nach einer Mischung aus „Abgestanden“ und Chemie-Keule roch. Also fix wieder raus und alles abduschen.

Die beiden Wellness-Becken im Inneren des Spa-Bereichs waren zu unserem Bedauern, genau so wie das Dampfbad, gesperrt (vermutlich wegen Corona). Nackt im großen Gemeinschaftswhirlpool bzw. Wärmebecken zu hocken, hätten einiges rausgerissen, aber so wurde die Lage leider immer nur schlechter.

Aber es gab ja noch die 3 Saunen im Innenbereich. Das Sanarium (ca. 60 Grad), die Aufguß-Sauna (95 – 100 Grad) und die „Sauna“-Sauna (85 – 90 Grad). Also bei der Namensfindung kann man schon etwas kreativer werden. 

 

Das Sanarium hat seine perfekte Temperatur zum längeren Verweilen – 30 Minuten haben da schon Spaß gemacht. Nur leider haben Sie auch eine „Lichttherapie“ integriert. Ich verstehe den Ansatz, aber in diesem Sanarium habe ich das Licht als viel zu grell empfunden und habe mich eher daran gestört. Von verschiedenen rot und blau Tönen war die Stufe „kein Licht“ am Ende meine Liebste. Aber ist ja Geschmackssache.

 

An der kreativ inspirierten Sauna „Sauna“ konnte ich nur aussetzen, dass die Aufguss-Reste vom stündlichen Aufguss in der „Aufguss-Sauna“ hier in den Wasserschlund der Sauna-Anlage gegeben wurden und so ein kleiner indirekter Aufguss ausgelöst würde. Ich halte bekanntermaßen nichts von Aufgüssen mit „Chemie“, also den hochkonzentrierten „Ölen“. Und auch dieses „Sharing“ der übrig gebliebenen Aufgussmittel in anderen Saunen finde ich höchst unnötig. Wenn ihr eine, vor allem extra dafür ausgeschilderte „Aufguss Sauna“ habt, dann belasst die Aufgüsse bitte auch nur dort.

 

Trotz meiner Abneigung gegenüber den chemischen Aufgüssen, habe ich trotzdem eine Runde in der Aufguss-Sauna für Euch mitgemacht, um entsprechend berichten zu können. Die anderen Saunagäste waren sehr gesprächig, jedem das seine. Die Saunameisterin hingegen war sehr ruhig und hat so auch Ruhe und Entspannung ausgestrahlt. Die 3 Aufgüsse selbst waren demnach aber auch langweilig, aber zumindest professionell ausgeführt.

Nach den gefühlten 327 Saunagängen wurde es dann aber auch Zeit für ein bisschen Entspannung im Ruhebereich. Dort waren einige Liegen und 3 Strandkörbe. Leider vermissten wir einen Wasserspender, nach Geschmack vielleicht leise Entspannungsmusik und vor allem Decken. Beim Saunieren entstehen viele Temperaturschwankungen und je nach Mensch hat man im Anschluss Hitze oder ist ein bisschen fröstelig. Aber so eine Decke gibt auch eine Menge an Wohlfühl- und Gemütlichkeitsfaktor. Um ehrlich zu sein, fiel es mir schwer, zu entspannen.

Am Ende klingt das Angebot und die Ausstattung der Langeooger Therme nach viel, schwächelt dann aber leider in der Umsetzung . Mein Tipp: Sollte es bei eurem Besuch auf Langeoog (der Besuch der Insel selbst lohnt sich allemal) regnen und ihr habt keine Lust auf Restaurants und Teehäuser – dann seid ihr in der Langeooger Therme genau richtig aufgehoben.

 

Hier geht's zur Website vom Neuer Hennings Hof: https://www.langeoog.de/sehen-erleben/orte/schwimmbadsauna

 

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Platz 23 - Sport- & Vital-Resort Neuer Hennings Hof

Im letzten Sommer im tiefen Osten unterwegs gewesen und eine Nacht im „Neuer Hennings Hof“ verbracht. Dort eine ziemlich geile Hütte mit Blick auf den See gehabt. Die Hütten waren so angeordnet und separat gelegen, dass man dachte man würde sich in einer Privatstraße befinden. Aber für den See und den Ausblick blieb gar nicht viel Zeit. Ich hatte Wichtigeres zu tun: die Sauna inspizieren! Die gelände-eigene Sauna befand sich im Hauptgebäude, in dem man sich ziemlich gut verlaufen konnte, wenn man sich nicht zuvor schon auf dem Gelände verlaufen hat.

 

Über ein extra Armband von der Rezeption konnte man den Spa- und Schwimmbad-Bereich betreten und kam zugleich in die Umkleide. Leider war der Boden etwas sehr sehr dreckig und führte bei mir zu leichtem Unbehagen. Aber vielleicht lag es auch nur daran, dass ein paar Wacken-Fans zu spät ins normale Leben zurückgekehrt sind und hier die letzte Ölung gesucht haben inkl. vorheriger Schlammschlacht in der Kabine. Aber so war zumindest die Hoffnung groß, dass das Spa selbst sauber(er) ist.

Von der schmuddeligen Umkleide gelangte ich in den Schwimmbereich. Nun ja, hier muss man dem Neuer Hennings Hof wirklich zu Gute kommen lassen, dass für ein Hotel wie dieses viel Geld für ein riesiges, gar pompöses Schwimmbecken in die Hand genommen wurde. Vielleicht für den örtlichen Ruderclub oder den Wasserballverein (Wasserball = Schwimmen für Testosteron-Tiere wie mich). Aber leider war mir den Tag gar nicht so zu Schwimmen zu Mute, denn ich hatte auch keine Badehose mit und wollte die anderen Gäste nicht vergraulen. Und zudem heiß ich ja auch nicht ohne Grund Saunameister Sven und nicht Bademeister Sven.

Rechts gelegen konnte ich den Durchgang zum Nackedei-Spa-Bereich erspähen und musste sofort eintreten – mächtig und imposant wie ein nackter griechischer Gott. Und wie es das Schicksal wollte, war der gesamte Spa-Bereich im Design des antiken Griechenlands gehalten. Fortan sprach ich mich in diesem Spa selbst nur noch mit „Svenokulos“ (dem grieschen Gott der Nacktheit) an.

 

Überall an der Wand befanden sich Malereien des alten Griechenlands und das Mauerwerk wurde im entsprechenden Stil gehalten. Der Spa Bereich war wie ein langer Schlauch. Auf der rechten Seite befanden sich die vier Saunen (für ein Hotel schon eine beachtliche Anzahl!). Ich fühlte mich wie damals in meiner Kindheit im Fernsehen: „1, 2 oder 3, ob Du wirklich richtig gehst, spürst Du wenn Dir die Hitze in die Fresse bläst.

Ich mag es aber gerne einfach und bin einfach von warm nach heiß vorgegangen. Zumal ich auch mutterseelenallein im Spa war und deswegen auch außerhalb der Sauna nackig rumgestiefelt bin (außer für die Fotos). Und selbst wenn nicht, hätte ich als Svenokulos trotzdem allen mein göttliches Gemächt zeigen müssen. Aber naja, zurück zu den Saunen:

 

Als Erstes kam das Römerbad mit 45° (die spinnen ja auch die Römer). Entspannt einen gefühlten Waschgang im gut gedampften Dampfbad absolviert, wollte ich lieber ins normale Saunieren einsteigen und gemäß meines Plans kam nun die Klima-Sauna mit 55°. Ich versteh ehrlich gesagt nicht ganz warum es solche Saunen gibt, denn ich habe schon so machen Sommerurlaub gemacht, der gefühlt heißer war, als diese Sauna. Aber das größte Problem ist wie immer die Versuchung in einer solchen Sauna nicht einzuschlafen.

Auf zur nächsten Challenge und damit ab in die Kristall-Sauna bei 75° - genau mein Ding. In der Mitte steht ein wunderschöner Salzkristall. Aber dann hört es auch schon wieder auf. Also kurz die milde Hitze genossen und dann das Profi-Level anvisiert: die Finn-Sauna (ob die Griechen damals schon von den Finnen wussten?). Bei 85° Grad ließ es sich dann doch richtig gut schwitzen. Ein wunderschöner Ausklang der Reihe. Der Sauna-Törn hat wirklich Spaß gemacht.

 

Ich habe mich nach der griechischen Finn-Sauna nach einer Abkühlung gesehnt, aber leider war das Kältebecken leer und die Ruhezonen für meine Verhältnisse auch leider nicht so ansprechend. Also was hilft gegen eine selbst verursachte Hitzewallung? Weniger Hitze! Also bin ich diesmal von heiß nach warm die Saunen noch einmal rückwärts abgelaufen. In das große Schwimmbecken wollte ich mich aber zum Beispiel auch nicht begeben, da ich wenn dem langen Aal etwas Auslauf gönnen wollte. Aber wir wollten ja nicht die Tierschützer und Angler der Umgebung auf den Zettel rufen.

Also wer auf griechischen Flair und ein paar ausgiebige Schwimmrunden mit einer größeren Saunenvielfalt steht, der ist hier an der richtigen Adresse (sofern man sich nicht auf dem Gelände verläuft).

Aber vielleicht darf man ja auch nackt übers Gelände flitzen und in den hauseigenen See springen? Das müsst ihr aber wohl selbst herausfinden…

 

 

Hier geht's zur Website vom Neuer Hennings Hof: http://www.neuer-hennings-hof.de/

 

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Platz 24 - Arcotel Onyx Hamburg

Es war einmal… Dezember 2018. Und ob ihr es glauben wollt oder nicht – an dem Tag, als ich in dieser Sauna war, da fielen ca. 30cm Neuschnee in der Nacht. Hach, was für eine Weihnachtspracht…

Aber darum geht es ja gar nicht, gebt fein Acht. Genug der Reime…

 

Anfang Dezember 2018 zog es mich in das Arcotel Onyx auf der Reeperbahn in Hamburg. Wenn man schon mal auf der Reeperbahn unterwegs ist, dann kann man auch gleich das vermeintlich schönste Hotel inspizieren. „Lustvoll“ trifft es allemal. Das Hotel selbst wirkt sehr, sehr elegant und die Zimmer weisen einen lokalen, maritimen Stil auf. UND es gab eine kleine Begrüßungsbox mit lokalen Spezialitäten (u.a. ein Kondom :D).

Aber eigentlich wollte ich in die Sauna. So wie immer habe ich mich bereits in meinem Hotelzimmer nackig gemacht und nur den Bademantel übergestreift, um mich zeremoniell durch das halbe Hotel ins Spa aufzumachen. Dies war auch schwerer als gedacht, sodass ich mich sogar durch die große Lobby zur Rezeption durchkämpfen musste, um mich noch einmal zu erkundigen – sehr zur Freude aller Anwesenden. Witziger weise war der Spa-Zugang direkt neben den Aufzügen. Manchmal sieht man halt den Zugang vor lauter Aufzügen nicht (oder wie auch immer das Sprichwort ging).

 

Letztendlich habe ich meinen Jakobsweg bestritten und bin im Spa gelandet. Der Eingangsbereich klein und beschaulich. Links das kleine Fitness-Studio (hat auch mit Schweiß zu, ist aber langweiliger Schweiß in meinen Augen :D) mit ein paar Gerätschaften. Daneben die Umkleide, ebenfalls klein und erinnerte mich mit seinen Spinten an ein Fitness-Studio. Es ging weiter in den Spa-Bereich. Vorne befand sich eine Art Lounge zum Ausruhen, Schnacken, Wasser oder Tee trinken (Bier gab es leider nicht, hatte aber zum Glück meinen Saunameister-Flachmann mit etwas Skin Gin dabei) und Entspannen.

 

Rechts davon ein geschlossener Raum mit Liegen und Decken – oh wie ich mich schon drauf freute die anderen 2 Gäste dort richtig schön zuzuschnarchen. Auf der anderen Wandseite befanden sich ein Dampfbad und die Sauna, links davon die Duschen und das wars. Klein, aber beschaulich. Den Saunameister-Bademantel abgestreift und erst einmal zum warm werden in das Dampfbad. Das Dampfbad war gefühlt etwas kälter als üblich, hat dafür aber dennoch richtig ordentlich gedampft – eine schöne Kombi, da ich halb blind entspannt knappe 20 Minuten im Dampfbad bleiben konnte. Und dann Pause – Iwo! Ab in die Finnische Sauna bei 95 Grad. Entspannter weise stand ein Sauna-Eimer zur Verfügung, den ich auch gleich startklar zum Aufguss gemacht habe. Die Finnische Sauna ist sehr beschaulich. 3 - 5 Personen finden darin aber gut Platz. Und Gegensätze ziehen sich an und ergänzen sich gut – die 95 Grad Sauna hat sich komischerweise wie 105 Grad angefühlt. Ein besonderes Erlebnis und der Aufguss fiel nur sehr minimal aus, weil es einfach zu heiß war; und der Skin Gin hat mehr denn je in der Kehle gebrannt.

 

Zum Ausruhen habe ich mir dann die Lounge auserkoren. Entspannte Sessel, dazu einen Tee, Wasser und etwas Skin Gin (ich hätte vielleicht mal ausprobieren sollen mir einen Gin-Grog mir zuzubereiten). Im Sessel niedergelassen fiel mir erst der riesige Vorhang auf. Und dahinter? Eine riesige Glasfassade – und bedenkt: der Spa-Bereich befindet sich im Erdgeschoss! Und hinter dem Fenster lag tatsächlich direkt eine öffentliche Straße! Schon ein bisschen frech, aber immerhin kann jeder Gast selbst entscheiden, ob und was er alles zeigen möchte. Kurzerhand entschloss ich mich dazu den großen Vorhang aufzuziehen und mich lasziv in den Sessel zu setzen, der zum Fenster gerichtet war.

 

Ich muss ehrlich sagen, dass dies wirklich das Highlight meines dortigen Abends war. Es gab zwar keinen Halligalli auf der Nabenstraße, aber dennoch liefen einige Menschen an der Scheibe vorbei und sahen mich. Die vorbeigehenden Leute erschraken, lachten, schmunzelten, genossen (manchmal blieben sie länger stehen und inspizierten erst einmal alles) und feierten mich. Ich muss an dieser Stelle auch zugeben, dass es möglichweise passierte, dass so mancher mehr sah als ihm vielleicht lieb war. So etwas kann man aber auch nur auf der Reeperbahn machen (und damit meine ich einerseits mich und andererseits die Architekten des Spas).

 

 Im Anschluss drehte ich noch eine identische Runde zum Anfang durch Sauna und Dampfbad und lies den Abend auf einer der Ruheliegen dann inklusive meiner hauseigenen Schnarchparade ausklingen.

 

Wer also ein Hotel sucht, um sich auf dem Kiez auf jegliche Art und Weise auszutoben, und nicht auf jeden Groschen achten muss, der ist hier an der richtigen Stelle. Und noch einmal Chapeau uns Dampfbad und den Vorhang!

 

 

Hier geht es zur Website vom Arcotel Onyx: https://onyx.arcotel.com/de/

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Platz 25 - Aquarama Kristiansand (Norwegen)

Ich habe mit meiner Freundin den Sommer über in Norwegen verbracht. Ein drei-wöchiger Road Trip durch das Nirvana der nordischen Welthalbkugel. Wildcampen, eins werden mit der Natur… Leider hatte die Natur auch ihre Schattenseiten für uns, sodass wir zum Ende der Reise in die Situation der Reue kamen, dass wir nur einen SUV Mietwagen hatten und keinen Camper oder Wohnmobil. Der Wettergott war uns nämlich nicht mehr hold und ließ es die letzten 3 Tage durchregnen, weswegen wir uns leider im Mietwagen einhausen mussten und dort die Zeit über eingepfercht waren.

ABER Abhilfe war in Sicht, denn in unserem norwegischen Abfahrthafen Kristiansand sollte es eine Therme geben. Also schmiedeten wir den Plan den letzten vollständigen Tag komplett in der Therme zu verbringen. Also saunieren, schwimmen, schlafen, repeat.

Guter Dinge haben wir uns auf zur Therme gemacht, die von außen wiederum doch eher etwas klein und heruntergekommen aussah. Wir hatten einfach die Hoffnung „Außen Pfui, Innen Hui“. Im Schwimmbereich angekommen, fanden wir 2 Schwimmbecken, einen Sprungturm und ein paar Rutschen vor. Aber egal, wir wollten nur schnellstmöglich ins Spa, weil uns arschkalt war. Über den gesonderten Zugang gelangten wir endlich ins Spa. Ins Spa… sorry, das war kein Spa… keine Therme, kein gar nix… mir fielen und fallen leider keine Worte für die dortigen Zustände ein.

 

Die Gesamtfläche des sogenannten Spa glich eher einer klitzekleinen 50qm Wohnung als allem anderen. Direkt nebeneinander lagen zwei SB-Saunen und ein Dampfbad. Direkt daneben befan sich ein kleines Wärmebecken und zwei offene Duschen zur Abkühlung. Am Ende des Ganges war noch eine weitere Tür gelegen, allerdings war diese verschlossen. Aber wo nun hin mit unsere Sachen? Keine Ahnung, es gab keine Umkleidekabinen oder Stauraum und darüber hinaus direkt am Wärmebecken lediglich 2 etwas heruntergekommene Sessel. Noch waren wir alleine, aber wo wollen sich all die Leute ausbreiten und niederlassen wenn es voll wird? Ein unbekanntes und nicht lösbares Rätsel.

Mit der Zeit wurde es dann auch voller im sogenannten Spa und das Chaos nahm seinen Lauf… Mit der Zeit stand der Gang ziemlich unter Wasser durch den hohen Durchlauf in den Duschen und dem Wärmebad. Das Wärmebecken und die beiden Saunen waren durchgängig sehr voll – zu voll, aber wo sollten die ganzen Menschen denn auch sonst hin. Die beiden Saunen hatten lediglich einen Vorteil, und zwar waren es SB-Saunen, in denen die Gäste die Aufgüsse selber machten. Und da es sich um die nordischen Länder und den Ursprungs des Saunierens handelte, war das zur Verfügung gestellte Aufgusswasser ohne lästige Zusatzstoffe oder Öle. Das waren dann aber auch schon alle positiven Aspekte dieses Ortes. Denn der nächste Kritikpunkt kam sogleich – Nacktheit war absolut verboten in dem Bereich. In der Sauna und der ganzen „Fläche“ musste man Badesachen tragen. Nackt ein Handtuch umzuwerfen war ebenfalls untersagt. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als ein Badesachenkult in der Sauna. In meinen Augen unästhetisch, unpassend und die Bänke in der Sauna waren die ganze Zeit klitschnass.

Nach ein paar Runden des Saunierens wollte ich abschließend im Wärmebecken noch ein bisschen dahinvegetieren. Als ich dort so lag und um mich schaute, fiel mir auf das nebenan eine Frau in einem der Fußwärme-Becken sich die Beine rasierte. Mir wurde bei dem Anblick einfach nur schlecht und wir entschieden uns in dem Moment da Spa wieder zu verlassen.

Zwischenzeitlich wurde aber auch die geheimnisvolle Tür am Ende des Ganges aufgeschlossen, hinter welchem sich ein Schwimmbecken befand. Aber auch hier gab es keine Liegen und nur 2 weitere der komischen Sessel. Das Schwimmbecken wollte ich nutzen, um ein paar Bahnen zu kraulen. Nach 6 Runden musste ich aber auch dies abbrechen, weil das Wasser dermaßen überchlort war, dass meine Augen höllisch brannten und ich gefühlt nichts mehr sehen konnten.

Zur Quintessenz lässt sich nur sagen, dass ich nicht noch einmal und auch nicht für umsonst dieses „Spa“ betreten würde und ich allen nur ans Herz legen kann, sich dort auf keinen Fall auszuprobieren.

 

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Zur Website: https://www.aquarama.no/