Sauna-Ranking Plätze 6 - 10


Platz 6 - Elyseum

Im Winter 2019 das Day Spa im Grand Elysee in Hamburg ausprobiert. Ohne Witz, dieses Hotel ist ein Prachtbunker der Extraklasse. Ich will gar nicht wissen was dort ein Zimmer kostet, umso erstaunlicher, dass ein Tag im Day Spa ab 30 € hingegen erschwinglich ist. Und dafür muss man kein Hotelgast sein. Also wirklich ein kleiner Geheimtipp, der sich lohnt.

 

Beim Betreten des Spa Bereichs wird man auch direkt an der eigenen Rezeption äußerst freundlich in Empfang genommen und eingewiesen (in die Räumlichkeiten, nicht in die Klapse). Wir haben uns kurzer Hand umgezogen und haben den Saunaraum gestürmt. Nett gefliest, schön warm und heimelich. Ein kurzes Fußbad und wir sind ready. Und vor allem: Es ist leer und alles wie geleckt. Das Day Spa ist einfach keinen Millimeter dreckig.

 

Dementsprechend sind wir auch guten Gewissens ins Dampfbad gegangen und haben uns wie die Römer gefühlt. Im Anschluss das nächste Level – die niedrig temperierte Bio Sauna Eukalyptus. Und die war mit knappen 60 Grad wirklich niedrig, aber gut temperiert. Das einzige Problem dabei ist, dass eine solche Sauna zum Einschlafen verleitet, was sehr schnell gefährlich werden kann. Daher erober ich solche Saunen meistens im 2-Mann-Prinzip. Am Ende waren wir 25 Minuten in der Sauna und haben beide mit dem Einschlafen gerungen – wirklich sehr angenehm. Allerdings könnten Sie den Eukalyptus weglassen – den empfand ich eher als störend. Zur ersten Abkühlung sind wir in den kleinen „Innenhof“, welcher eigentlich nur eine kleine Außenfläche mit einer Größe von 10qm war. Da war gefühlt die Bio Sauna größer. Aber Größe ist ja nicht alles (schreibt der Mann mit dem Schlagbaum in der Hose).

 Nach der Abkühlung wollten wir aber auch noch kurz die 90° Finnische Sauna erkunden und einmal so richtig ins Schwitzen kommen. Die Finnische Sauna war leider nicht für eigene Aufgüsse, sondern mit einer automatischen Aufgussvorrichtung versehen, die Schub- und Tröpfchenweise Wasser aufgoss. Für unseren Geschmack zu langsam und zu wenig, die Luft war nicht die Beste in der Finnischen Sauna. Aber ich bin ja ein schlauer Saunameister und habe in meiner Tasche meinen eigenen Aufgusseimer mit Kelle mitgebracht. Kurzerhand also den Eimer gefüllt und mit einem Aufguss angefangen – hach, wie schön. Aber nur ein paar Minuten später klopfte es schon an die Tür der Finnischen Sauna. Die Dame der Rezeption trat ein und forderte mich auf ihr den Eimer auszuhändigen, weil eigene Aufgüsse verboten sind. Schade, stand aber auch nirgendwo. Naja, wenigstens konnten wir noch eine angenehme Runde genießen. Im Anschluss noch kurz abgekühlt.

 

 Uns plagte unsagbarer Durst und wir wollten das restliche Spa erkunden. Auf dem Weg zu den weiteren Räumlichkeiten kamen wir direkt ins Stocken. Was ist das? Ein Zapfhahn! Oh Du lieber Gott, lass gratis Bier dort rauskommen. Aber leider nein, es war nur Wasser, aber wiederum habe ich glaube ich in meinem ganzen Leben noch nie so kaltes Wasser wie dieses getrunken. Am Ende hat der Zapfhahn aber noch für jede Menge Spaß gesorgt, weil ich einfach nicht wiederstehen konnte, mich drunter zu legen und zumindest so zu tun als wäre es ein Bierzapfhahn. 

 Wir sind dann weiter gegangen und im Schwimmbecken-Bereich gelandet. Ein lauwarmes großes Schwimmbecken, das einfach zum Planschen und Schwimmen eingeladen hat. Eine Menge Liegen, eine Bar mit Getränken und Essen, sowie in der Ecke noch ein heißer Whirlpool. Ein sehr großes Angebot – für ein Day Spa gar nicht so gewöhnlich.

 

Und für wen der Schwimmbereich zu laut und zu unruhig ist, der kann einfach nebenan den Schlafraum nutzen. Liegen, Decken und keinerlei Geräusche. Wirklich perfekt für ein gemütliches Nickerchen.

 

 

Alles in Allem ist das Grand Elysee eins meiner Highlights in Hamburg. Es lohnt sich wirklich.

 

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Zur Homepage des Elyseum:
https://www.grand-elysee.com/wellness-spa/


Platz 7 - 25hours HafenCity

Im Dezember 2017 habe ich ein paar Tage im 25hours Hotel HamburgHafencity verbracht. Ein rustikales Hotel, dass nicht nur im Hafen liegt, sondern auch den Hafen irgendwie durch und durch repräsentiert. Überall im Hotel wurden zum Beispiel leere Container verarbeitet. Aber naja, ich war ja nicht nur zum Schlafen da, sondern auch zum Checken der Sauna. Vom Zimmer aus in den Fahrstuhl war ich bereits das erste Mal verwundert, denn ich sollte nicht nach unten fahren (typischerweise liegen Hotel-Spas meistens im Keller oder Erdgeschoss), sondern in den obersten Stock.

 

Dort angekommen war über einen längeren Flur die Tür zum Heiligtum Sauna zu erblicken. Reingegangen und als erstes fiel auf, dass es doch ziemlich frisch im Vorraum war – aber wieso? Ich bin durch die Zwischentür und musste nicht schlecht staunen, denn im Prinzip stand ich im Freien. Die sind doch total und vollkommen bekloppt. Denn das Hotel hat ca. im 30. Stock auf der obersten Ebene die Gebäudeecke zum Sauna-Areal ausgebaut und mit riesigen Glaswänden umbaut, die man auch noch verschieben und damit öffnen kann. In dem Fall waren die Glaswände geöffnet und an einem lauen Dezember-Mittag stand ich also mehr oder weniger im Freien. Aber was ist das? Wir sind nur ein paar hundert Meter von der Elbe entfernt und haben direkten, uneingeschränkten Blick drauf. Ich muss ernsthaft zugeben, dass dies eine der besten Ausblicke war, die ich bisher hatte und mit der rauen, eiskalten Winterluft hat das irgendwie sogar sehr gut gepasst (so etwas findet man aber wahrscheinlich auch nur als Hamburger bzw. Nordmensch geil :D ). Bevor ich in die Sauna ging, musste ich den Bauarbeitern aber erst einmal mit meinem besten Stück zuwinken!

Aber genug von der Freifläche und dem Ausblick. Was ist mit der Sauna? Den Blick kehrt Marsch. Und was habe ich zuvor erwähnt? Container über Container. Aber wie verrückt muss man sein, um auf eine Freifläche auf einem Hotel einen Container zu stellen, in dem eine Sauna verbaut ist? Gute Frage, vielleicht ansatzweise so verrückt wie ich, aber das Hotel hat dies jedenfalls gemacht.

 

Die Sauna fasst ausreichend Platz für bis zu 8 Saunisten und Aufgüsse können nach eigenem Gusto gemacht werden – mein Lieblingsfall. Sehr angenehm. Und ganz ehrlich, so ein Container hat einfach nur Stil. Nach 2 zusammenhängenden Saunadurchgängen wollte ich mich auf der eiskalten Freifläche in ein paar Decken auf einer der Liegen einmummeln und eine Runde schlummern. Aber vorher erst einmal den Heidendurst von den 2 Durchgängen löschen. Wo steht denn Wasser, wie es üblich ist? Ahhh, da ist ein Kühlschrank! Aber was ist das? Niemals! Da haben die ohne Scheiß einen Kühlschrank, bis oben hin gefüllt mit Bier, hingestellt. Dies sollte bisher das erste und einzige Mal bleiben, dass ich ein solch geiles Versorgungsangebot vorgefunden habe. Ich kann mich noch heute dran erinnern, wie das eiskalte Bier meine heiße Kehle runterlief während ich nackt am Rande der Fläche auf die Elbe starrte und Hamburg mein bestes Stück kredenzte. Einmalig (mit einem wunderschönen Nachgeschmack vom Pangea Festival)! 

Im Anschluss habe ich mehrere Runden abwechselnd geschlafen, sauniert und kredenzt – und alles immer mit einem frischen eiskalten Bier in der Hand! Ich glaube ich muss mal wieder dort hin…

 

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Zur Homepage des 25hours:
https://www.25hours-hotels.com/hotels/hamburg/hafencity


Platz 8 - Kaifu Bad (Hamburg)

Corinna. …ähhh Corona hin oder her. Ich wäre doch ein Jeck, wenn ich vor dem neuen Lockdown nicht noch einmal die Gunst der Stunde nutzen würde, um am vorletzten Tag in Freiheit noch einmal in die Therme zu gehen.

 

Ein paar Wochen zuvor war meine wundervolle Freundin im Kaifu Bad (Achtung: Das Bäderland Hamburg hat mich schon getadelt! Das Kaifu Bad hat nichts mit der Kaifu Lodge zu tun – OBWOHL man teilweise als Kaifu Lodge Mitglied auch Spa und Schwimmbad mitnutzen darf. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht so kleinteilig werden wie das Bäderland :D).

 

Angekommen (nach aufwendiger Parkplatzsuche), sieht das Kaifu Bad von außen doch sehr.. rustikal, aber auch edel aus. Der Eindruck war auf jeden Fall positiv. Mit Masken bestückt haben wir am Empfang unsere Chips erhalten (ich hatte dauerhaft die Befürchtung meinen Chip zu verlieren und die Halterung am Spint-Schlüssel war auch nicht gerade vertrauenswürdig). Die Umkleide war für meinen Geschmack viel zu klein – grundsätzlich, aber vor allem während Corona – aber auch hier mit Stil eingerichtet. Komischerweise nutzt man allerdings andere Umkleiden, wenn man das „All inclusive“ Paket mit Sole-Bad bucht, als wenn man nur Schwimmbad (und Sauna) bucht. Gefühlt zählt man ohne die Sole-Buchung zum Proletariat, denn dort gibt es nur Gemeinschaftsumkleiden :D Aber das hätte ich als Berufs-Nackedei auch vorgezogen – zumal die Gemeinschaftsumkleide bestimmt größer ist als die „Sole-Umkleide“.

Aber genug geblubbert. Nach der Umkleide sind wir zuerst einmal in…. den Spa-Bereich! Korrekt. Was auch sonst. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich hier schon einmal war als ich in der Kaifu Lodge ein Probetraining gemacht habe :D

 

Ein beige-farbend, gekachelter, großer Raum, der wahrscheinlich herzerwärmend und gemütlich wirken soll, für mich aber einen Ticken zu steril war.

 

Gleich zu Beginn befinden sich die Wärmebänke mit den Fußbecken – grundsätzlich sinnvoll, aber ich nutze meine Zeit lieber für die Saunen selbst (nehmt mich aber bitte nicht als Maßstab für euren nächsten Saunagang!). Highlight wäre es allerdings gewesen, wenn es diese Wärmebänke (welche man schon nicht häufig sieht) auch in Form von Wärme-Liegen gegeben hätte. Gibt für mich kaum etwas Geileres.

 

 

Nach links hinweg befinden sich die Duschen und zwei Dampfbäder. Einmal klassisch und einmal das Eukalyptus-Dampfbad. Das klassische Dampfbad ist super – starke und schnelle Dampfentwicklung. Ein großer, gemütlicher Kachelraum. Aber das Eukalyptus-Dampfbad… puhhh… für mich leider ein absolutes No Go. Ich bin ja weder aus Butter noch aus Zucker, aber hier hat es keine Minute gedauert bis meine Augen von dem viel zu öligen Dampf gebrannt und getränt haben. Nach 3 Minuten war ich wieder draußen und froh saubere Luft zu genießen.

Zur Abwechslung ab in die Sauna. Direkt gegenüber liegt die Farblichtsauna. Mit 60 – 70° eine sehr entspannte Sauna, in der wir dann auch etwas länger als die empfohlenen 15 Minuten lagen, weil es sich einfach nur wie ein ultra heißer Sommertag anfühlte. Dazu befinden sich in der Decke große Lichtstränge, die hin und wieder die Farbgebung ändern und damit die gesamte Sauna fluten. Ich habe direkt unter einer dieser Lampen gelegen und fand sie selbst dann nicht störend. Irgendwie hatte die Lichttherapie doch etwas entspannendes.

 

 

Nach der Sauna kurz Abkühlen. Es gibt einen kleinen Außenbereich, in dem nur Segel gespannt sind, falls es mal regnen sollte. Auch ein höher gestelltes Kältetauchbecken ist vorhanden. Aber mir haben die gemütlichen Holzbänke gereicht, um weiter runterzufahren.

Nach diesem kurzen Sauna-Ausflug hielten wir es für eine gute Idee den Sole-Bereich zu erkunden. Etwas schwimmen und ein kleines Nickerchen, bevor wir noch einmal richtig saunieren und dann nach 5 Stunden „Corona-Frist“ das Bad zwangsweise wieder verlassen müssen.

 

Im Sole Bereich angekommen, merkt man auch hier wieder, dass der Sole Bereich von der Einrichtung und der Atmosphäre um Welten hochwertiger ist als der normale Schwimmbereich, der im Vergleich glatt „poplig“ wirkt. Und auch der Spa-Bereich wirkt im Vergleich etwas trister.

 

Im Sole Bereich befindet sich ein großes Sole Schwimmbecken mit 6% Salzgehalt und ein angeschlossener Whirlpool. Beides mit 32°C Temperatur. Drumherum befinden sich Stühle und Liegen. Aber diese waren selbst während Corona und begrenzter Gäste-Zahl restlos belegt bzw. typisch deutsch mit Handtüchern blockiert. Ist ja aber auch nicht schlimm, weil wir eh erst einmal schwimmen wollten.

 

Das Wasser finde ich mit 32°C doch einen Ticken zu kalt, vor allem wenn man, wie es sinnvoll ist, in dem Wasser einfach nur reglos treiben will (durch den salzigen Auftrieb problemlos). Ohne Bewegung wurde mir nach 5 – 10 Minuten doch recht kalt. Beim Treiben kann man unter Wasser beruhigenden Klängen lauschen. Als Super-Powernapper bin ich beim Treiben tatsächlich auch etwas weggedöst. Damit ich nicht untergeh und absaufe oder gegen andere Menschen treibe, habe ich mich vom Becken in den Whirlpool begeben und… bin dort für 15 Minuten sofort eingeschlafen.

 

Ich bin tatsächlich aufgewacht, weil ich gezittert habe, da mir das Wasser zu kalt wurde. Hier kommt ein großer Vorteil ins Spiel à im Sole Bereich befindet sich eine Niedrig-Temperatur Sauna mit entspannten 40°C. Ich hatte Schwein und es war Platz vorhanden und ich habe mich mit meinen Badeklamotten auf meinem Handtuch breit gemacht. Nach einer halben Stunde war ich dann auch gut durchtemperiert. Genervt haben leider nur die Badeklamotten beim Saunieren – Grund für diese Vorgabe wird aber wohl sein, dass man bzw. jeder von außen in die Sauna im Sole-Bereich reinschauen kann.

 

Darüber hinaus gibt es auch ein Dampfbad (kein FKK) im Sole-Bereich. Hier war allerdings immer solch eine Schlange vorhanden (trotz Corona-Gastzahlen), dass ich leider keine Möglichkeiten hatte diese zu inspizieren. 

Zum Luft holen bin ich fix auf die zugängliche Dachterrasse, die im Sommer ein riesiger Pluspunkt sein mag, für mich war es aber nur lebensgefährlich, weil ich mich auf dem rutschigen Boden fast gemault hätte.

 

 

Nach der Dachterrasse habe ich mir noch ein entspanntes Nickerchen im Kaminraum gegönnt – herrlich, das kann man wirklich öfter machen, sofern man das Glück hat und einen Platz ergattern kann.

Gestärkt von meinen Mittagsschläfchen auf zum Spa Bereich, denn wir haben ein Bändchen für einen Aufguss ergattern können. Der milde Aufguss fand in der 90° Sauna statt. Wegen Corona sind natürlich bei Aufgüssen auch nur begrenzte Teilnehmer erlaubt (10 inkl. Saunameister und mir). Der Aufguss an sich (Aromareise durch den Wald) war ganz gut. Der Saunameister konnte die drei Aufgüsse gut verteilen und verwedeln, nur kam er leider nicht all zu freundlich und fröhlich rüber.

 

So eine Aufguss Session allein reicht mir ja aber nicht, vor allem nicht zum krönenden Abschluss des Tages bevor wir rausgeschmissen werden. Deswegen noch einmal fix in die leere Finnische Sauna bei 95° und das restliche Stück Anspannung und Alltag rausschwitzen.

Abschließend und zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Kaifu Bad eine sehr feine und vor allem saubere Alternative für das Herz von Hamburg ist – sofern man sich das All Inclusive Sole Paket leisten kann. 

 

Zur Website vom Kaifu-Bad: https://www.baederland.de/baeder/standorte/kaifu-bad/

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Platz 9 - Haus Anna Elbe

Im Oktober 2019 habe ich einen unerwarteten Anruf bekommen. Ich hatte scheinbar vollkommen verdrängt, dass ich mich für einen Contest angemeldet hatte. Den „Travel Hero 2020“-Contest vom City Center Bergedorf. Nun ja, auch ich werde nicht jünger und bis zu 4 Stunden am Stück in der Sauna zu stehen malträtiert anscheinend auch den Rest an Gehirnzellen, den ich habe.

 

Aber so durchgeknallt wie ich bin, habe ich natürlich zugesagt. Und so ging es Anfang Dezember nach Bergedorf. Damit der Motor warm läuft gab es auch erst einmal ausreichend Glühwein. Danach musste ich gegen meine Konkurrenten im Bergedorfer Schloss ein Escape Game durchziehen. Im Anschluss gab es einen kleinen Rundgang durch die Bergedorfer Sternwarte. Abgefroren und schon wieder fast nüchtern ging es abschließend in unsere (uns noch unbekannte) Abendlocation: Haus Anna Elbe (welch ein geniales Hamburger Wortspiel).

Das Haus Anna Elbe ist ein uraltes Bauernhaus mit Reetdach (oder sieht zumindest so aus). Die beiden Inhaber Stefan und Tati mussten zu Beginn direkt meine herzliche Menschenfreude aushalten und von mir etwas länger als üblich zur Begrüßung umarmt werden (zu dem Zeitpunkt war ich noch bekleidet). Spoiler: Ich habe selten so unglaubliche Menschen wie diese beiden kennengelernt – am liebsten wäre ich eine ganze Woche bei den beiden geblieben.

 

Zur Revanche und zum warm werden gab es wiederum erst einmal mehrere Glühwein und ein rustikales Abendbrot nach norddeutscher Art. Nach kürzester Zeit waren Stefan und ich gefühlt auch schon wie Brüder. 

Die Stimmung heizte immer weiter auf, aber irgendwie fehlte noch so eine gewisse Hitze-Spitze. Alle Anwesenden kannten meine Geschichte als Saunameister, aber mein Vorteil war: Keiner wusste, dass ich meine Sauna-Sachen dabei hatte. Drum nutzte ich die Situation und zog mich heimlich auf Klo aus und meinen sexy Saunameister-Bademantel an und überraschte alle mit der Aufforderung in eine der hauseigenen Saunen zu gehen. Die (teils durch Alkohol beeinflussten) Herren ließen keinerlei Sekunde auf sich warten, aber die Damen kniffen lieber den Schwanz ein.

Ich durfte vorgehen und die Sauna für meine Show-Einlage vorbereiten. Die Sauna des Abends befand sich in der Ferienwohnung „Strandschloss“. Richtig schnuckelig, wohlig-mollig und schön urig, aber auch mit vielen stilvollen Akzenten. Aber zur Sauna: Im Obergeschoss, etwas versteckt und sehr klein (für ca. 2 – 3 Personen). Aber ist das ein Problem für mich? I WO! So kann ich leichter auf Tuchfühlung gehen (so „aus Versehen“). Also habe ich meinen Sauna-Eimer vorbereitet, die Sauna ausreichend aufheizen lassen und schonmal den Skin Gin und die Kurzenbecher vorbereitet.


Dann kamen auch schon die Jungs und das Schicksal oder Elend (ist Geschmackssache) nahm seinen Lauf. Die Jungs haben die gute Viertelstunde durchgehalten, allerdings war ich mir unsicher, ob sie wegen der starken Hitze oder meiner Taten und Geschichten knallrot wurden. Aber wir haben definitiv zusammen gelacht und geweint vor Freude. Die Sauna war einfach perfekt für mich und diese kleine Runde.

 

 

Zum Abschluss gab es noch eine Gruppendusche im voll-verholzten Bad und anschließend frische Wald- und Elbluft vor der Tür (als Großstädtler immer wieder geil – vor allem wenn auch die Elbe direkt vor dem Haus Anna Elbe liegt). Also auch wenn es keinen Pool oder Kältebecken zum Abkühlen gibt, sich einfach mal in der Natur nackt zu bewegen oder in kaltes Gras zu legen, ist einfach mal eine andere, aber sehr erlebenswerte Erfahrung und stellt seine bisherigen Ansichten etwas auf den Kopf.

Die Sauna ist klein, aber effizient und wird unregelmäßig genutzt (anders als in Thermen oder Spas). Daher ist sie wundervoll aromenfrei und unbelastet – gar jungfräulich. Und für die Aufgüsse sorgt jeder selbst - mein Favorit. Und ich muss einfach sagen, die Sauna und das Standschloss waren einfach wie geleckt!

 

 

Chapeau, vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

 

Hier geht es zum Haus Anna Elbe: https://www.haus-anna-elbe.de/

 

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Platz 10 - MidSommerland (Hamburg)

Moin liebe Saunameister-Freunde,

 

als beherzter Hamburger muss ich natürlich auch die Hamburger Saunen inspizieren. 
Drum habe ich mich auf meinen Edelschimmel von Audi geworfen und bin ins MidSommerland unter die Elbe in den Hamburger Süden (ungemein als Italien bekannt) gefahren.

 

An dem Tag war leider mehr los als erwartet, sodass ich keine Fotos für Euch machen konnte. Da das norddeutsche Italien aber nur eine halbe Weltreise entfernt ist, werde ich dies für Euch natürlich noch nachholen.

20 Euro für die Tageskarte fand ich etwas happig, aber noch in Ordnung. Die Umkleiden sind bescheiden, aber wen interessiert das schon - ich wollte nur schnell in die Sauna und allen mein Hab und Gut kredenzen.

Gedacht, geschehen, bin ich im Saunabereich gelandet. Etwas eng und viel Trubel und die Saunen aneinander gereiht und mittendrin ein offener Ruheplatz oder eher Chill-Out-Area, weil von Ruhe weit und breit nichts zu merken war. 

Zum Start das Dampfbad - angenehm starker Dampf, so wie man es aus römischen Schwitzbädern kennt und die Sitze waren auch ganz gemütlich. Bei dem vorhandenen Verkehr hatte der Verdampfer aber auch ordentlich zu kämpfen. Zur Abrundung noch ein kleines Zuckerpeeling, weswegen das Dampfbad schlagartig aber eher an einen Mastbetrieb von Legehennen erinnerte. Typisch für deutschen Peeling-Tourismus.

 

Etwas müde von den Menschenmassen bin ich rüber in die Kaminsauna gewandert. Eine der größeren Saunen mit angenehmen 50 Grad. Perfekt, um ein kleines Nickerchen zu halten, in der Hoffnung nicht zu verschlafen und als speckiges Grillhähnchen zu enden. Mein Hosenthermometer sollte mich aber rechtzeitig vorwarnen.

Gestärkt vom Nickerchen habe ich die Starksauna im Innenbereich geskippt und den Außenbereich erkundet. Aus der Tür raus bin ich fast ins Kalttauchbecken gestolpert, konnte die Situation aber meisterlich mit einem halben unsportlichen Spagat retten. Aber mir gefällt ja Aufmerksamkeit.

Der fast schon riesige Außenbereich erinnert an eine Mischung aus schwedischer Seenlandschaft und japanischem Garten. In 2 Anschlusshäusern gibt es noch weitere Ruheräume, die aber leider auch gut überlaufen waren. In dem zweiten Haus befand sich im oberen Geschoss ein gemütliches Kaminzimmer, welches etwas ruhiger war. Sofort kam bei mir der Wunsch nach einer Zigarre auf, aber hier wird nur anderen Gelüsten gefröhnt. Das Kaminzimmer ist mit netten Stühlen ausgestattet, mir wären Liegen aber eindeutig lieber gewesen.

Weiter über das Gelände gestromert gibt es noch eine Bio-Sauna, die ich als ganz angenehm empfunden hatte.
Und dann kam.... etwas hinter Bäumen verschanzt... der grandiose Seeblick! Augen-Orgmasmus! Welch ein Seelenfrieden. Absolutes Highlight!

Und die Inhaber sind nicht ungescheit und haben direkt ans Ufer, halb auf dem See liegend, eine Sauna gebaut mit Vollverglasung als umfänglicher Seeblick. WOW! Der Anblick erinnerte mich sofort an meine schwimmende Sauna auf dem Pangea Festival - ein Stückchen Heimat und Herzensliebe.
Dort musste ich hinein, ich öffne die Tür und die Euphorie wird wieder ausgebremst... Aufgusstourismus... Mir kam ein Schwall an verschiedenen Aromen entgegen. War mir etwas too much. Schade drum, aber dennoch absolutes Highlight.

Wer also im Hamburger Umkreis eine schöne Sauna mit genialem Außenbereich sucht, der ist hier genau richtig.

Das MidSommerland erhält von mir 2,86 Saunameister-Punkte.

Bis zum nächsten Saunabesuch,

 

Euer Saunameister Sven

 

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Zur Website: https://www.baederland.de/bad/midsommerland.html